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Liebe Neuköllnerinnen, liebe Neuköllner, Sie als Neuköllner wissen, in der Verwaltung und Politik hat man es nicht einfach, wenn man nichtdeutscher Herkunft ist. Es wird ein Verein gegründet, dieser Verein bewirbt sich als Mitglied im Migrationsbeirat und wird abgelehnt. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) möchte sie in dem Migrationsbeirat nicht haben. Stellen Sie sich mal vor, der Migrationsbeirat distanziert die Migrationsvereine, die von der Mehrheit der Gesellschaft akzeptiert sind und verhindert damit ein Zusammenkommen und die Möglichkeit gemeinsam arbeiten zu können. Vereine, die in Neukölln registriert sind und auch von der Mehrheit der Neuköllner Respekt und Anerkennung haben, werden nicht ernst genommen. Fördert dies die Integration oder ist es vielmehr Parallelgesellschaft fördernd? Ich weiß, die Verwaltung ist mit einer Parallelgesellschaft einverstanden. Aber ich bin nicht damit einverstanden. Die Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft wird durch Mitgrationsbeiräte entzogen. Meiner Meinung nach ist es essentiell, dass viele unterschiedliche Vereine und Kulturen zusammenkommen müssen, damit man sich für die Mehrheit der Gesellschaft einsetzen kann. Wenn ein Migrant in den etablierten Parteien eintreten will, so wird gefordert, dass man bei der SPD (AG-Migration) oder DTF-CDU, bei den Grünen (LAG-Migration) eintreten soll. Wozu gibt es die strikte Unterscheidung zwischen Deutschen und „Migranten“? Bürgern nicht deutscher Herkunft wird somit ein Riegel vorgeschoben um an Entscheidungsprozessen teilzunehmen. Als Beispiel: Ich habe im Jahr 2006 auf kommunaler Ebene kandidiert und habe 1,1 % der gesamten Neuköllner Stimmen bekommen. Die Frage haben Sie sich bestimmt gestellt, warum kandidiert der Herr Yusuf Bayrak. Ich sage ihnen dazu, Bürger mit Migrantionshintergrund werden von der Politik und Verwaltung nicht ernst genommen. Ich sage ihnen warum. Als Beispiel: Es gibt keine genauen Daten über den aktuellen Anteil an Ausländern in Neukölln, weil seit 2004 keine Veröffentlichung gemacht wurde, 2004 gab es in Neukölln 21,8% Menschen mit Migrationshintergrund. Wir sind in Jahr 2009, jeder kann sich vorstellen, wie viele der in Neukölln lebende Menschen zurzeit einen Migrationshintergrund haben. Davon haben im Bezirksamt BVV nur 2% der Mitglieder Migrationshintergrund. Mir wird immer die Frage gestellt, warum 2006 keine etablierte Partei einen türkischstämmigen Kandidaten aufgestellt haben. Meiner Meinung nach müssten die etablierten Parteien diese Frage beantworten. Ich denke ich habe auch zum Teil daran mitgewirkt, dass die Parteien 2011, bei den Kommunalen und Landtagswahlen, auch mehr Kandidaten aufstellen die eine nichtdeutsche Herkunft haben. Das ist ein Fortschritt für die Gesellschaft, dass nun auch diese ernst genommen werden. Integration ist nicht nur dafür da um EU Fördergelder über das Quartiermanagement an Vereine weiterzureichen die sich mit Integration beschäftigen. Die beste Integration für unseren Bezirk Neukölln ist, wenn alle mitgestalten. Ich verstehe unter Integration zusammen zu wirken, zusammen zu entscheiden. Eins muss ich auch hier hinzufügen, es gibt auch Migranten, die in der Gesellschaft nicht zusammenleben wollen. Der Anteil ist zwar gering, trotzdem sollten gerade diese in den Entscheidungsprozess miteinbezogen werden. Es geht um die Gesellschaft als Ganzes und um Neukölln. Yusuf Bayrak
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